Atemübungen beim Fasten

Atemübungen beim Fasten

Eine natürliche Ausscheidungsart ist das Ausatmen. Die Atemwege sind ein wichtiges Entgiftungsorgan. Das Kohlendioxid, das bei der Sauerstoffverbrennung in den Muskeln entsteht, wird mit dem Blut zur Lunge transportiert und dort ausgeatmet. Die ausgeatmete Luft ist belastet mit gasförmigen Stoffwechselresten. Was wir Zivilisationsmenschen normalerweise nicht mehr bewusst beherrschen, ist der Vorgang des Ausatmens. In vielen Situationen atmen wir stark ein und pumpen somit die Lunge unnötig voll (z.B. beim Duschen mit kaltem Wasser). Jede Störung des Atmens hat aber Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Bewusstes Ausatmen ist gerade beim Fasten wichtig und unterstützt den Ausscheidungsprozess. Für Leute, die sehr viel Wert auf Atmung legen (z.B. die Yogi), atmen wir in der westlichen Welt zu „flach“. Bewusstes Atmen bringt eine bessere Körperhaltung mit sich. Dadurch wird das Zwerchfell befreit und die gesamte Bauchregion von unnötigem Druck entlastet. Krumm sitzend lässt es sich nicht gut atmen. Die Schleimhäute in Nase, Rachen und Luftröhre reinigen sich normalerweise selbst. In der Fastenzeit sollte man die verstärkte Ausscheidung aktiv unterstützen. Die einfachsten Möglichkeiten sind folgende:
Nach dem Aufstehen am offenen Fenster oder Balkon/Garten tief und bewusst ein- und ausatmen, sich räkeln, strecken und den Reiz der frischen (auch kalten) Luft zulassen.
Nach dem Frühstück oder vor der Arbeit ein paar Minuten in der frischen Luft bewegen, bei Gewohnheit auch joggen. Auf dem Weg zur Arbeit eine Station früher aussteigen oder das Auto früher parken und den Rest zu Fuß gehen.
Wohnung den ganzen Tag gut durchlüften, mindestens pro Stunde 5 Minuten oder nach der Arbeit 15 Minuten. Am Abend noch mal in die frische Luft gehen und bewegen.

Atemübungen
Bitte beachten Sie, dass Atemübungen mit größter Vorsicht und Achtsamkeit durchgeführt werden müssen. Sollte es Ihnen übel oder schwindlig werden, sind die Übungen sofort zu unterbrechen!

Den Atem beobachten
Setzen Sie sich bequem in den Schneidersitz, die Schultern sind ganz locker. Schließen Sie die Augen. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig und folgen Sie Ihrem Atem, wie er durch den Körper strömt. Spüren Sie dem Atem nach, versuchen Sie aber nicht, ihn zu beeinflussen. Spüren Sie, wie sich beim Ein- und Ausatmen der Brustkorb und Bauch heben und senken.

Das Einatmen abwarten
Legen Sie sich entspannt auf den Rücken. Atmen Sie aus, und zwar so lange wie möglich. Zählen Sie in Gedanken mit, es funktioniert von Mal zu Mal länger. Das Einatmen geht dann von selbst. Sie brauchen nichts dazutun. Dann erneut tief und lange ausatmen.

Pranayamana – Wechselatmung
Die Wechselatmung ist in SüdaSien eine der wichtigsten und am häufigsten angewendeten Atemübungen. Sie kann im Liegen oder Sitzen angewendet werden, aber auch bei kurzen Wartezeiten oder in Stresssituationen. Achten Sie auf aufrechte Haltung, vermeiden Sie es, sich anzulehnen. Nun beugen Sie Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand, sodass Sie mit Daumen und Ringfinger die Nasenlöcher verschließen können. Atmen Sie vollständig aus. Schließen Sie das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen. Atmen Sie durch das linke Nasenloch tief (aber nur mit dem Bauch) ein. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie neue Kraft, Licht und Energie in die ganze Körperhälfte atmen, und zwar vom Nasenloch bis zum Fuß. Schließen Sie dafür beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger und halten Sie die Luft ein paar Sekunden an. Konzentrieren Sie sich dabei auf den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stellen Sie sich dort ein Licht vor. Öffnen Sie das rechte Nasenloch. Atmen Sie durch dieses vollständig aus. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie die ganze rechte Körperhälfte leeren und ganz entspannen. Atmen Sie rechts tief (aber nur mit dem Bauch) ein. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie neue Kraft, Licht und Energie in die ganze Körperhälfte atmen, und zwar vom Nasenloch bis zum Fuß. Halten Sie die Luft ein paar Sekunden an. Schließen Sie dafür beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger. Konzentrieren Sie sich dabei auf den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stellen Sie sich dort ein Licht vor. Öffnen Sie das linke Nasenloch. Atmen Sie durch das linke Nasenloch vollständig aus. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie die ganze linke Körperhälfte entleeren und ganz entspannen. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals.

Verdauungsatmung
Mit leicht angestellten, nach außen gekippten Beinen auf dem Rücken liegen. Die Hände liegen auf dem Unterbauch. Beim Ausatmen sinkt der Bauch ein, beim Einatmen dehnt er sich aus.

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