Fastenkuren mit erfahrenen Fastenleitern

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Fastenkuren

Fastenkuren erfreuen sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Wie kommt es, dass moderne Menschen auf alte Präventions- und Heilmethoden zurückreifen und neben traditionellen Hausmitteln auch Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Fastenkuren anwenden?
Viele Menschen in den so genannten Zivilisationsgesellschaften haben erkannt, dass der Körper immer noch so reagiert, als seien wir Jäger und Sammler, ständig unterwegs, um Nahrung zu suchen. Es gab nur wenige Abschnitte in der Geschichte, in denen der Lebensmittelbedarf gedeckt werden konnte. Die Normalität war temporärer Mangel, sozusagen erzwungene „Fastenkuren“. Unsere Vorfahren, die Primaten, haben sich während 50 Millionen Jahren entwickelt, Menschen mit der Ausbildung unseres Gehirns existieren seit 100.000 Jahren. Ackerbau und Viehzucht gibt es erst seit 6.000 bis 10.000 Jahren, industriell hergestellte Nahrung seit 150 Jahren. Unsere genetischen Codes sind noch nicht auf die modernen Zeiten programmiert. Heute nimmt man an, dass die genetische Anpassung an veränderte Lebensbedingungen mindestens 600 Generationen dauert, das sind gut 2000 Jahre. Wahrscheinlich dauert es länger. Viele Menschen vertragen z.B. noch nicht das Milcheiweiß, obwohl Viehzucht bereits seit 6000 Jahren betrieben wird. Die Anpassung geht langsam voran.
Neben dem rein körperlichen Aspekt gibt es aber auch noch andere Gründe für Fastenkuren. Diese betreffen die geistig-seelische Seite. Alle Religionsstifter befürworteten das Fasten, indem sie darin eine Möglichkeit sahen, Selbsterkenntnis zu gewinnen, dem Leben, Gott und der Religion näher zu kommen - Fastenkuren zur körperlichen, seelischen und geistigen Vervollkommnung.

Seit der Entwicklung der modernen Medizin als wissenschaftliches Fach traten die Naturheilverfahren, wie auch das Heilfasten und Fastenkuren, in den Hintergrund. Alle gesundheitlichen Probleme, die sich aus der „modernen“ Lebensführung ergaben, konnten, so nahm man an, durch entsprechende Gegenmittel und Präparate kuriert werden. Doch die organischen Systeme erwiesen sich als komplizierter, als angenommen.
Heute ist offensichtlich, dass der Kampf gegen die Auswirkungen von Überernährung und Bewegungsmangel nicht durch die Wissenschaft besiegt werden kann. Diese Erkenntnis und zum Teil persönliche, leidvolle Erfahrungen bewogen  auch die Pioniere von Fastenkuren wie die Ärzte F.X. Mayr, Otto Buchinger oder Laienmediziner wie Johann Schroth und Pfarrer Sebastian Kneipp, Fastenkuren zur Prävention und Heilung anzubieten. Sie entwickelten das Heilfasten, das bereits aus der Antike und dem Mittelalter als jahrtausende alte Methode bekannt war, weiter. Dr. Otto Buchinger gilt als der Begründer des modernen Heilfastens und gründete bereits 1932 die erste Klinik für Fastenkuren. Zunächst wurden die Fastenkuren als stationäre Behandlung eingesetzt. Doch schon bald erkannte Buchinger auch den Wert des Fastens als Prävention und Mittel einer gesunden Lebensführung. Er empfahl Fastenkuren auch außerhalb des Klinikbereiches für jedermann. Diese Forderung nahmen verschiedene Fastenärzte später auf. Besonders der ehemalige Leiter der Buchingerklinik für Fastenkuren am Bodensee, Dr. Hellmuth Lützner, setzte sich für das  „Fasten für alle“ ein. In seinem Buch „Wie neugeboren durch Fasten“ und in den Sendungen des Bayerischen Rundfunks zum Thema „Fastenkuren im Alltag“ erreichte er ein Millionenpublikum.

Die Beliebtheit von Fastenkuren heute ist Ausdruck einer Abkehr vom „immer mehr“ hin zur Rücknahme und Selbstbeschränkung. Gewissermaßen die Erkenntnis, der Natur zum Recht zu verhelfen und uns mit unserem Verhalten unseren genetischen Verankerungen anzupassen. Die Auswirkungen des Überflusses sind nicht nur physischer Natur. Scheinbar kommt auch unsere Seele nicht ganz mit. Die Zunahme von psychischen Problemen und Krankheiten, wie zum Beispiel Depressionen, sind auch Ausdruck von solcher Überforderung. Fastenkuren haben ganzheitliche Auswirkungen. Es sind keine abstrusen, esoterischen Spielchen und es sind auch keine spartanischen Hungertrips. Es hat auch nichts mit den vielen Angeboten der Fitness- und Wellness-Industrie zu tun. Fastenkuren sind weder medizinisch und wissenschaftlich eindeutig zuzuordnen, noch ist es eine Technik, die nicht begründbar und logisch nachvollziehbar wäre. Sie stehen an der Schnittstelle zwischen Naturlehre und wissenschaftlicher Medizin. Viele Anwendungen, die heute beim Fasten nachvollziehbar und wissenschaftlich erklärbar sind, wurden von den Fastenpionieren durch Erfahrungsmedizin gewonnen. Auch viele erworbene Erkenntnisse der religiösen Lehrer, Mönche und Naturheiler über Stoffwechsel, Ernährung und Verdauung fließen heute in die Empfehlungen der Schulmedizin ein. Andere Anschauungen und manche grausamen Praktiken der Vergangenheit konnten widerlegt und revidiert werden.

Übersicht über die bekanntesten Fastenkuren

Fastenkur nach Johann Schroth

Johann Schroth, ein schlesischer Bauer und Fuhrmann entdeckte an seinem Pferd, wie es durch Nahrungsverweigerung den Heilprozess beschleunigte. Er übertrug das Verhalten auf den Menschen und entwickelte eine Fastenkur, die aus Trinktagen und Trockentagen bestand. Zusätzlich setzte er zum Entschlacken Leibeswickel ein. Wie im Mittelalter auch, verabreichte er als Getränk dünnen Weißwein. Manche Fastenfreunde wählen aus diesem Grund noch immer diese Fastenmethode für ihre Fastenkur aus, obwohl diese den heutigen Auffassungen über gesundes Fasten nicht mehr entspricht.

Fastenkur nach F.X. Mayr

Streng genommen gehören die Fastenmethoden von Mayr und Schroth zur Kategorie der strengen Diätik, weil sie keine reinen Trinkkuren sind. Bei der Mayr-Therapie steht die Darmsanierung im Vordergrund. Die Fastenkur besteht aus drei Teilen: das Tee-Wasser-Säftefasten, wie wir es auch bei Buchinger finden, einer Milch-Semmel-Diät und einer Ableitungsdiät. Bekannt ist diese Fastenkur als die Milch-Semmel-Diät, die den Kern der Fastenkur ausmacht. Ziel von Mayr ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, den Stoffwechsel und das Ess- und Trinkverhalten zu verbessern. Auch das Mayr-Fasten kann zur Prävention eingesetzt werden, wird aber durch die Zeitdauer (mind. 3 Wochen) meist nur stationär eingesetzt.

Fastenkur nach Buchinger

Bei der Buchinger-Methode handelt sich um modifiziertes Tee-Säfte- und Brühe-Fasten. Es werden Vitamine und Mineralstoffe zugeführt. Zusätzlich wird Honig, Zitrone und bei Bedarf Molke verabreicht. Die Kalorienzufuhr beträgt 300 kcal. Dr. Otto Buchinger kam zum Fasten, nachdem er für die Schulmedizin unheilbar erkrankt war und aus dem Dienst in der Marine entlassen wurde. Durch seine eigene Genesung angespornt, setzte er als Arzt die Fastenkuren als Heilmethode ein. Doch auch zur Prävention empfahl Buchinger das Fasten als natürliche Maßnahme, den bereits damals aufkommenden Zivilisationserscheinungen zu entgegnen. Heute ist das Fasten oder Heilfasten nach Buchinger die Methode, die am meisten angewandt wird und auch am besten wissenschaftlich erforscht wird. Viele ärztlich geprüfte Fastenleiter bieten Fastenkuren auf der Grundlage der Erkenntnisse von Buchinger an.

Fastenkuren und Wandern

Beim Fastenwandern werden die meisten Forderungen der Fastenärzte erfüllt: viel Bewegung, frische Luft, direktes Naturerlebnis und natürliches Licht ist beim Fasten wichtig. Wenn Fastenwandern so organisiert wird, dass auch noch Zeit zur Entspannung und zum persönlichen Rückzug eingeplant wird, dann kann man einem gesunden Menschen diese Fastenmethode nur empfehlen. Der Ablauf der Fastenkur wird bei den meisten Anbietern auf der Grundlage des Heilfastens nach Buchinger gestaltet.

Fastenkuren für Gesunde und Heilfasten

Streng genommen handelt es sich beim Heilfasten um eine stationäre Behandlungsmethode zur Heilung von Krankheiten, wie es der Name sagt. Heute haben sich im Sprachgebrauch jedoch die Begriffe „Fasten“, „Heilfasten“ und „Fastenkuren“ vermischt. Bei den Angeboten über eine Zeitraum von sieben bis zehn Tagen handelt es sich nicht um „Heilfasten“ im strengen Sinne, sondern um Fasten für Gesunde, das der Prävention, dem Stressabbau, Gewichtsverlust und allgemeinem Wohlbefinden dienen soll. Diese Fastenkuren werden als Fastenwandern, Fasten im Urlaub oder Fasten im Kloster usw. bezeichnet. Klinische Fastenaufenthalte hingegen erstrecken sich meistens über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen und finden unter ärztlicher Leitung und Aufsicht statt.

Sonstige Fastenkuren

Andere Fastenarten spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Früher galt man als besonders hart, wenn man während des Fastens nur Wasser und Tee zu sich nahm. Doch dieses „totale“ Fasten wird von den meisten Fastenärzten nicht mehr empfohlen und auch von den Fastenleitern nicht mehr oft angeboten. Beliebt und auch durchaus empfehlenswert ist dagegen das eiweißergänzte Fasten mit Kurmolke. Diese Fastenmethode ist besonders gut zum Abnehmen geeignet, weil durch die Zuführung von Eiweiß die Fettverbrennung im Vordergrund steht. Empfehlenswert ist eine solch Fastenkur auch für jenen Fastenden, die Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt haben. Der hohe Mineraliengehalt wirkt der Übersäuerung entgegen und der Eiweißgehalt unterstützt den Fettabbau. Der gewollte Abbau von Eiweiß, bei Buchinger auch als Entschlackung bezeichnet, wird beim Molkefasten hingegen weniger unterstützt. Diese Fastenmethode ist besonders gut für diejenigen geeignet, die abnehmen wollen und für Menschen, die Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt haben.

Fastenkuren zur Raucherentwöhnung

Fasten kann zur Entwöhnung vom Rauchen eingesetzt werden. Während einer Fastenkur stellt sich bei vielen Rauchern eine Abneigung gegen das Rauchen ein, das bis zum völligen Verzicht führen kann. Fasten stellt einen strengen Einschnitt in die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten dar, hilft, Körperbewusstsein zu entwickeln und wirkt Stress abbauend. Alles Gründe, den Tabakkonsum zu senken oder ganz darauf zu verzichten. Dieser Effekt kann dann auch anhaltend sein und zur völligen Entwöhnung führen.

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