Einlauf beim Fasten

Einlauf

„Fasten ohne Einlauf ist wie Rotwein ohne Käse“ schreibt Regina Bittner und hat Recht (zumindest für Franzosen). Wer auf eine gründliche Darmreinigung verzichtet, riskiert Rückvergiftungen und Kopfschmerzen. Der Einlauf reinigt vor allem den Enddarm und einen Teil des Dickdarms. Die Wirkung erfolgt sofort oder einige Minuten nach dem Einlauf. Durch Bauchmassage können auch die oberen Partien des Darmes erreicht werden. Der Vorteil des Einlaufes ist auch die zeitliche Disposition, weil man nicht erst stundenlang auf die beabsichtigten Wirkungen warten muss.

Wie mache ich einen Einlauf?
Zunächst sollten Sie im Bad eine angenehme Atmosphäre schaffen: das Badezimmer gut beheizen, eine Duftkerze anzünden oder ätherische Öle verdampfen lassen. Um nicht auf dem kalten Fußboden liegen zu müssen, legen Sie eines oder mehrere Handtücher unter und gehen Sie wie folgt vor:
Verbinden Sie das Darmrohr, den Schlauch, den Wasserhahn und den Einlaufbehälter (Irrigator) und füllen ihn mit 1 Liter körperwarmen (lauwarmen) Wasser. Hängen Sie den Wasserbehälter mindestens in Türklinkenhöhe auf. Durch die Höhe des Behälters bestimmen Sie die spätere Einlaufgeschwindigkeit. Lassen Sie etwas Wasser nachlaufen, sodass die Luft aus dem Schlauch entweichen kann. Fetten Sie die Spitze des Darmrohres und den After mit Vaseline oder Körperöl ein. Knien Sie mit beiden Beinen auf den Boden und stützen Sie sich mit einem Ellbogen ab (alternativ: Legen Sie sich mit leicht angezogenen Knien auf die linke Körperseite). Führen Sie nun das Darmrohr vorsichtig in den After ein und schieben es ca. 20-30 cm vor. Wenn Sie einen Widerstand spüren, das Darmrohr vorsichtig etwas drehen, zurückziehen und erneut vorschieben. Bleiben Sie in dieser Position und finden die für Sie angenehmste Haltung. Öffnen Sie den Wasserhahn und lassen Sie das Wasser vorsichtig einlaufen. Halten Sie die Bauchdecke locker und verkrampfen Sie sich nicht. Wenn das Wasser durchgelaufen ist, verschließen Sie den Hahn oder drücken Sie den Schlauch ab und ziehen Sie das Darmrohr vorsichtig heraus.
Versuchen Sie jetzt, das Wasser noch eine Weile im Darm zu behalten, auch wenn Sie bereits einen Drang auf die Toilette verspüren. Halten Sie sich aber auf jeden Fall in der Nähe der Toilette auf. Nach 2-10 Minuten schießen dann Wasser und Darminhalt in 2-3 heftigen Schüben heraus. Hinterher sind 20 Minuten Entspannung im Liegen mit einer Wärmflasche auf dem Bauch empfehlenswert.
Tipp: Verwenden Sie nicht die kleinen, nur wenige Zentimeter langen Darmrohre, wie Sie meistens in den Verpackungen der Irrigatoren beiliegen. Es empfiehlt sich, ein 30-40 cm langes Darmrohr 22 CH zu verwenden (in der Apotheke erhältlich).

Was tun wenn:
Das Darmrohr immer wieder auf Widerstand stößt?
Entspannen, mehrmals tief aus- und einatmen und ruhig werden. Wahrscheinlich waren Sie zu verspannt.Bereits nach geringer Einlaufmenge ein starker Stuhldrang auftritt?
Wahrscheinlich liegt das Darmrohr nicht weit genug im Darm oder das Darmrohr ist zu kurz. Der Stuhldrang wird von Sensoren aktiviert, die weit am Afterausgang liegen.

Einsatzbereiche des Einlaufs auch im Alltag

  • Kopfschmerzen, Migräne, „Kater“
  • Akute Infekte (Grippe, Mandelentzündung, Kopfschmerzen usw.)
  • Bei jedem Fieber, besonders bei Kindern (Kinderkrankheiten)
  • Ableitung von Hautausschlägen, und Hautausscheidungen
  • Nach zu üppigen Mahlzeiten, bei „verdorbenen Magen“
  • Unfallschock, Kreislaufschock, Sonnenbrand, Sonnenstich - Flüssigkeitszufuhr beachten

.Übrigens ist der Einlauf seit Jahrtausenden ein bekanntes Hilfsmittel. Aus den Aufzeichnungen der Essener ist bekannt, dass Sie beim Fasten den Einlauf als wichtige Maßnahme zur inneren Reinigung betrachteten. Von den Essenern wird gesagt, dass Sie auf Grund ihrer natürlichen Lebensweise bis zu 120 Jahren alt wurden. Die Anleitung für einen Einlauf à la Essener lautet so:

„Denkt nicht, dass es ausreicht, wenn Euch der Engel des Wassers nur äußerlich umarmt … die innere Unreinheit ist um vieles größer als die äußere Unreinheit … Darum sucht einen großen Rankkürbis mit einer Ranke von der Länge eines Mannes; nehmt sein Mark aus und füllt ihn mit Wasser des Flusses, das die Sonne erwärmte. Hängt ihn and den Ast eines Baumes und kniet auf den Boden vor dem Engel des Wassers und führt das Ende der Ranke in euer Hinterteil ein, damit das Wasser durch alle eure Eingeweiden fließen kann. Ruht euch hinterher knieend auf dem Boden vor dem Engel des Wasser aus und betet zum lebendigen Gott, dass er euch eure alten Sünden vergibt, und betet zum Engel des Wassers, dass er euren Körper von jeder Unreinheit und Krankheit befreit.“ (Das Friedensevangelium der Essener, Buch 1, Verlag Bruno Martin, Frankfurt 1977, S. 14)

 

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