Wo fasten?

Wo fasten?

Fasten zu Hause, im Alltag, im Job

Sicherlich fühlen sich die meisten Menschen zu Hause am wohlsten. Die gewohnte Umgebung gibt Sicherheit, alles was gebraucht wird, ist schnell zur Hand und die unmittelbare Umgebung ist bestens bekannt. Aber zu Hause lauern eventuell auch die meisten Gefahren. Da ist die Familie und da sind die Nachbarn, die mit ihren wohlgemeinten Ratschlägen zumindest nerven, wenn nicht gar in große Zweifel hervorrufen können. „Das kannst Du doch nicht machen, Du wirst verhungern!“ – „Etwas essen musst Du schon, ich mache Dir was ganz leichtes!“ – „Neulich hab’ ich gelesen, dass…“ – oder ähnlich „gute“ Ratschläge werden Ihnen zuteil werden.
Außerdem müssen Sie darauf achten, dass Sie vorher den Kühlschrank räumen oder, wenn Sie nicht allein leben, die Küche in den ersten Tagen möglichst meiden sollten.
Aber wenn man sich zurückziehen kann und die Familie dem Unterfangen positiv und hilfreich gegenübersteht, ist zu Hause sicherlich ein guter Ort zum Fasten.

Fasten im Alltag und während der Arbeit ist vielleicht keine ideale Kombination, aber was ist schon ideal? Ich kenne Leute, die Fasten ganz klassisch mit einer Fasten-Wanderwoche beginnen wollten, dies das aber schon Jahre lang vor sich her schieben. Andere hingegen, die einfach mal im Alltag begannen, haben inzwischen bereits zum wiederholten Mal Urlaub und Fasten verbunden. Man kann also nur ermutigen, Fasten auch im Alltag zu praktizieren. Auch ich und einige meiner Freunde haben so angefangen. Aus den Erfahrungen lassen sich ein paar Regeln ableiten, die das Fasten im Alltag erleichtern:
Es ist sinnvoll, die Fastenwoche mindestens drei Monate vorher zu planen. Dieser Zeitraum ist erforderlich, die Fastenwoche von anstrengenden oder stressigen Terminen frei zu halten. In dieser Zeit sollte man auch nicht ständig unterwegs sein und viel Auto fahren müssen. Die unmittelbare Vorbereitungszeit beginnt zwei Wochen im Voraus. Dann ist genug Zeit, noch einmal verschiedene Dinge nachzulesen, alle benötigten Utensilien zu kaufen oder zu borgen und sich auf das Fasten einzustellen.
Versuchen Sie, bereits in der Woche vor dem eigentlichen Fasten weniger zu essen, zu rauchen und Alkohol zu trinken und die drei Tage Vorbereitungszeit mit dem Vorbereitungstag unbedingt einzuhalten. Legen Sie den Vorfastentag so, dass Sie danach das Wochenende für die Umstellung frei haben. Mein Tipp: einen Tag Urlaub nehmen und den Vorfastentag auf einen Donnerstag legen, dann haben Sie die schwierigen ersten drei Fastentage für sich (Freitag bis Sonntag). Am darauf folgenden Montag müsste es dann einfach sein, fünf Tage zu arbeiten und zu fasten, weil die Umstellung erfolgt und der Hunger normalerweise bereits verschwunden ist.

Bedenken Sie, dass das „Innentempo“ verändert sein kann und Belastungsgrenzen schneller erreicht werden können als sonst. Es ist sinnvoll, gedanklich noch einen Urlaubstag mehr einzuplanen und diesen dann auch zu nehmen, wenn es erforderlich wird. Für die meistens Tätigkeiten ist Fasten am Arbeitsplatz zu verbinden. Aber es gibt auch Berufe, für die Fasten während der Arbeit ausgeschlossen werden muss. Das Betrifft besonders Piloten, Fahrer (Bus, Bahn, Taxi etc.), Ärzte und Menschen, die verantwortungsvolle Kontrollfunktionen ausüben. Aber auch für alle diejenigen, die beruflich viel mit Essen zu tun haben, z. B. Beschäftigte in der Gastronomie wie Köche oder Kellner und ebenso bei schwerer körperlicher Arbeit, ist Fasten am Arbeitsplatz ungeeignet.

Fasten im Urlaub, Fasten in der Gruppe, Fastenwandern

Ideal ist es, sich zum Fasten Zeit zu nehmen und einen Teil des Urlaubs zu „opfern“. Das kann eventuell schwer fallen oder auch auf Unverständnis in der Familie stoßen. Aber warum sollte man sich nicht einmal fünf Tage Urlaub für sich selbst gönnen? Mal von zu Hause weg, alleine oder mit dem Partner oder der Partnerin gemeinsam mit anderen Fastenden in einer Gruppe sein. In einer Fastengruppe lernen Sie neue Menschen kennen und haben zusätzlich viel Bewegung und neue Erlebnisse. Wenn Sie das erste Mal fasten, kann eine geführte Fastenwoche sehr sinnvoll sein. Im Urlaub lassen sich die großen Chancen des Fastens im seelischen und spirituellen Bereich nutzen, weil dann mehr Zeit und Ruhe ist, um sich selbst näher zu kommen.

Weil Fasten eine große geistige Herausforderung, etwas Mut zu Neuem und Durchhaltevermögen bedeutet, ist es für viele Menschen hilfreich, in einer Gruppe zu fasten. Das hat den weiteren Vorteil, dass unter Führung von ausgebildeten Fastenleitern oder Ärzten das nötige Wissen und die Erfahrungen vorherrschen, um eine richtigen Ablauf der Fastenzeit zu gewährleisten. Auch heute noch wird das Fasten von den meisten Menschen skeptisch betrachtet und Sie werden als Außenseiter angesehen. Da tut es gut, Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsam diesen Weg zu gehen.
Fastengruppen haben den normalerweise den weiteren Vorteil, dass man sich gegenseitig positiv beeinflussen und seine Erfahrungen austauschen kann. In einer Gruppe können sich allerdings auch negative Stimmungen ausbreiten und die Oberhand gewinnen und bis zu „kollektiven Esssünden“ führen. Erfahrene Fastenleiter wissen solchen Phänomenen allerdings zu begegnen.
Inzwischen gibt es viele Angebote, eine Fastenwoche mit Urlaub und Erholung zu verbinden. Aktive Menschen werden auch beim Fasten nicht auf ihre Lieblingsaktivitäten verzichten wollen und sollten das auch nicht. Wer Fasten mit Abnehmen verbinden will, sollte sich viel bewegen. Das hilft, zusätzliche Kalorien zu verbrennen und ist gut für die Muskulatur. Es gibt Angebote, die Fasten mit Wandern (s.o. Fastenwandern), Rad fahren, Schwimmen, Tanzen, Segeln, Bergsteigen und anderen Aktivitäten verbinden. Wer mehr Ruhe haben will und die spirituelle Seite des Fasten in den Vordergrund stellen will, kann Fasten mit Meditieren oder Yoga buchen, in einem Kloster fasten oder Fasten als Wellnessurlaub verbringen.

Kliniken und Sanatorien

In Kliniken und Sanatorien wird vor allem das Heilfasten angeboten. Dort werden durch das Fasten Krankheiten geheilt, bei denen die klassische Schulmedizin oft auf gewisse Grenzen stößt. Heilfasten ist eine alte Heilmethode, die schon in der Antike bekannt und beliebt war. Von der Schulmedizin bisher fast völlig vernachlässigt und als nicht wissenschaftlich abgewiesen, kommt Heilfasten seit einigen Jahren wieder stärker in die Öffentlichkeit. Heute gibt es wieder mehr Mediziner, die dieser alten Naturheilmethode offen gegenübersteht. Heilfastenkuren werden auch teilweise von Krankenkassen übernommen. Im Anhang finden Sie eine Liste von Kliniken, die Fasten zu therapeutischen Zwecken anbieten.

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